Denk erstmal nach… | Unsere Konsumwelt

Ich habe nie so wirklich darüber nachgedacht. Klar wusste ich unter welchen Bedingungen die Sachen produziert werden, aber das war nicht genug um dem auch Handlungen folgen zu lassen.

Wenn ich dann im Laden stand, umzingelt von so vielen Eindrücken, die auf mich niederprasselten, da hatte sich das Wissen auch schnell in die hinterste Ecke meines Gehirns geschoben und dem „Oh, wie schön!„, „Hach, das hätte ich gern...“ und dem „Das brauche ich unbedingt.“ Platz gemacht.

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Alle Bilder in diesem Beitrag sind von der lieben Anna Verburg geschossen.

Dieses Wochenende ist voll von Rabattaktionen, Kaufempfehlungen, den besten Deals, riesigen Sales und viel zu viel Konsum. Kaufen ohne nachzudenken ist angesagt und ich habe mich dem ganz bewusst entzogen.

Natürlich wäre ich gerne am Black Friday mit meinen Freundinnen durch die Stadt gezogen und wir hätten uns über die billigen Teile und unsere vollen Einkaufsbeutel gefreut. Aber zum Glück hatte ich Chorprobe, die mich davor bewahrt hat meine Ansicht über das ganze mehr und noch mehr und immer noch nicht genug über Bord zu werfen und dem Kaufrausch zu verfallen.

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Shoppen macht Spaß, schöne Klamotten haben macht Spaß, coole Outfits tragen macht Spaß. Aber während mein Kleiderschrank platzt, habe ich trotzdem das Gefühl immer das gleiche anzuziehen und weiß nie was ich anziehen soll. Das verschwindet auch nicht, wenn man einen Kleiderschrank, so groß wie mein ganzes Zimmer voll Klamotten hat, habe ich mir sagen lassen. Also warum es überhaupt probieren? Da kann ich das ganze auch gleich bleiben lassen und weiß trotzdem nicht was ich tragen möchte.

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Das Geld ist ja auch viel zu schade für ständige Fehlkäufe und eigentlich will man ja sowieso für andere Sachen sparen. Für Dinge die einen Erfüllen, die einem wirklich etwas im Leben bedeuten.

Deswegen lasse ich das Shoppen einfach mal für unbestimmte Zeit bleiben. Kann ja auch nicht schaden, denke ich mir. Seit meiner Mädelswoche in Budapest, bei der mir das ganze Klamotten-Drama wirklich richtig bewusst geworden ist – denn auch mit einem Kleiderhaufen aus 5 verschiedenen Kleiderschränken lassen sich noch immer nicht einfach Outfits auswählen, wie wir festgestellt haben – habe ich nichts (kleidungstechnisches) mehr gekauft.

Neben diesem ganzen unnützen Konsum, der in unserer Gesellschaft leider Normalität ist, stelle ich mir die Frage nach den Alternativen. Weniger ist mehr – hat mein Papa immer gesagt. Ich brauch keine tausenden verschiedenen T-Shirt, denn der Sommer ist eh viel zu kurz um alle zu tragen und eigentlich mag ich ja sowieso lieber Tops.

Ich will nicht mehr diese riesige Auswahl, das Problem mich nicht entscheiden zu können. Ich will nicht mehr ständig Fehlkäufe machen, weil ich nicht genug nachdenke und überlege, ob ich das wirklich brauche und tragen werde. Ich will nicht mehr ein neues T-Shirt kaufen, weil ich eine Hose habe die zu nichts in meinem Schrank passt und dann beides doch nicht tragen, weil keine Schuhe dazu vernünftig aussehen. Und ich will auch nicht mehr andere ausbeuten, weil ich so viel wie möglich zum kleinsten Preis kaufen will.

Denn auch das ist ein sehr großes Argument für mich. Wie kann ich vegan leben wollen, weil Tiere auch das Recht auf ein angemessenes Leben haben und ihr Leben etwas Wert ist und gleichzeitig Kinder in Bangladesch meine T-Shirts zu einem Spott-Lohn nähen lassen, damit ich einen Spott-Preis zahlen kann.

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Viel lieber will ich faire und nachhaltige Marken unterstützen oder coole Second Hand Teile kaufen, die nicht jeder hat. Ich möchte nicht mehr durch irgendwelche Rabattaktionen dazu veranlasst werden ohne Verstand zu kaufen, denn mein Geld gebe ich lieber für andere Dinge aus. Ich will mir einen minimalistischen Kleiderschrank aufbauen, einen mit Basics und schlichten Farben, die sich einfach und für jede Gelegenheit kombinieren lassen.

Natürlich ist das alles auch ein wenig Wunschdenken. Ich weiß, dass ich nicht zum letzten Mal bei H&M eingekauft habe. Aber das Bewusstsein ist jetzt da. Wenn ich andere von ihren billigen Erwerben reden höre, bin ich einerseits neidisch, andererseits stolz auf mich. Weil ich weiß, dass es nicht nötig ist, das ich das nicht brauche und das ich diese Entscheidung für mich selbst getroffen habe und durchziehe.

Einen großen Teil dieses Bewusstsein hat Katja von amoureuxee.de in mir geweckt. Mit ihren Beiträgen hat Katja mich schon zu einigen Themen zum Nachdenken und Überdenken angeregt. Sie ist mir ein riesiges Vorbild was Nachhaltigkeit, Fair-Fashion und auch Bloggen bzw. Schreiben angeht und das schönste dabei ist, dass ich durch ihre ehrlichen und tiefsinnigen Texte weiß, das auch sie nicht perfekt ist und immer wieder Fehler begeht. Dadurch macht es umso mehr Spaß an sich selbst zu arbeiten, zu Scheitern, aber auch Erfolge zu erzielen.

Sie hat mich auch dazu inspiriert in diesem Beitrag das erste Mal meine Gedankenwelt über unseren Konsum und Fair-Fashion abzutippen und ich würde gerne damit weiter machen. Denn ebenso wie sie mich, würde auch ich gerne andere Menschen zum Nachdenken und Überdenken anregen.

In diesem Sinne: Einen schönen Start in die Adventszeit und überlegt bei euren Weihnachtswünschen was euch weiterbringt im Leben und was wirklich nötig ist!

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Gleich ist Nicht Jetzt

Ich bin organisiert. Ich habe einen Plan. Meine To-Do Listen sind immer voll. Meine Gedanken schweigen nie. Mein Gehirn macht keine Pause.

Und trotzdem erwische ich mich selbst immer wieder bei unnützen Dingen – damit meine ich nicht unproduktive, aber schöne Dinge des Lebens, sondern die falschen, wirklich unnützen Zeitverschwendungen.

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„Ist ja nur ein kurzes Video“

„Oh XY hat einen neuen Blogpost, den kann ich ja vorher noch lesen.“

„Nur kurz ein paar Pins pinnen.“

„Ach ich könnte noch schnell mal meine E-Mails checken.“

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Aber damit rieselt mir die Zeit wie Sand durch die Hände und ich bekomme es nicht einmal mit, bis ich auf die Uhr gucke und schon wieder eine halbe Stunde verflogen ist. All diese Apps auf den Handys und Favoriten auf meinem Laptop entziehen mir die Zeit für Dinge die ich wirklich machen will und machen muss.

Ihr habt schon mehrfach auf meinem Blog zu lesen bekommen, dass mir die Zeit zum täglichen am Blog arbeiten fehlt, da die Schule meine Nachmittage und Abende in Anspruch nimmt und das stimmt auch. Aber trotzdem gibt es immer wieder Situationen, in denen ich mich dabei erwische, wie ich meine Zeit „falsch“ nutze. Natürlich ist es auch anstrengend nach einem langen Schultag noch mehr zu Schreiben und zu Denken als ohnehin schon, aber letztendlich macht es mir diese Arbeit hier Spaß und etwas Überwindung und Motivation gehört an solchen Tagen eben auch dazu.

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Deswegen nehme ich mir vor:
  • Mich mehr auf mich konzentrieren! Weniger Videos / Blogposts / Fotos von anderen anzusehen und zu lesen und meine wenige Zeit auf meine eigene Arbeit verwenden. Natürlich gehört die Kommunikation und das gegenseitige Austauschen von Kommentaren ebenfalls zum Bloggen, aber wenn ich dadurch selbst zu wenig an meinem Blog mache, hat es auch keinen Zweck.
  • Meine Zeit effektiv nutzen! Zuerst die Aufgaben machen und To-Do Punkte abhaken und dann alles andere, nicht anders herum.

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  • Inspiration finden und Gedanken aufschreiben! Ich denke im Alltag sehr viel über Blogposts oder Ideen nach, komme aber an manchen Tagen leider nicht dazu, sie sofort umzusetzen. Vor allem vor dem Einschlafen, wenn ich den Tag noch einmal revue passieren lasse, habe ich die besten Einfälle. Deswegen möchte ich ab jetzt vor dem zu Bett gehen alle meine Ideen und Gedanken als Notiz festhalten und immer einen Zettel neben meinem Bett liegen haben, falls mir noch etwas einfällt.
  • Weniger Aufschieben, mehr Abhaken! Ich habe zwar ordentlich geführte To-Do Listen und weiß auch immer was ich alles zu tun habe, aber diese Punkte in Angriff zu nehmen und wirklich etwas zu erledigen fällt mir oft schwer. Vor allem wenn es Aufgaben sind, die viel Zeit in Anspruch nehmen, denn diese ist mir dann irgendwie immer zu schade bzw. will ich nicht, dass mein Tag nur aus einer einzigen Aufgabe besteht…
Weniger gleich, mehr jetzt!

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 Gerade bin ich richtig motiviert dazu Texte für den Blog zu verfassen. Oft fehlt mir aber auch der Schreibfluss und ich kann meine Gedanken nicht richtig sortieren und „zu Papier“ bringen. Also versuche ich solche Motivations-Hochs für mich zu nutzen und in diesen Zeiten intensiv zu schreiben, um die Schreib-Tiefs mit anderen Aufgaben zu füllen.

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Ich möchte auch wieder mehr selbst mit dem Stativ Fotografieren. Das einzige was ich zur Zeit mit meiner Kamera festhalte, ist mein Essen. Aber ich möchte eigentlich mehr Gedanken-Texte schreiben und diese mit meinen Bildern untermauern.

Die Bilder zu diesem Beitrag sind von meinem Shooting mit Anna Verburg.

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Geht es euch ähnlich wie mir? Dann macht doch einfach mit und versucht ebenfalls eure Arbeitsstrategie zu optimieren!