Warum Ich keine Tierprodukte Essen möchte

Bei Geburtstagen oder auf Familienfeiern kommt mindestens einmal am Abend dieses Thema auf.

„Warum willst du denn nicht mal kosten?“

„Hin und wieder kann man das doch mal essen!“

„Das ist sogar Bio Fleisch.“

Aber nein, ich will es nicht probieren, auch nicht hin und wieder und auch nicht, wenn das Tier ein angeblich glückliches Leben hatte.

IMG_6659Ich ernähre mich noch nicht zu 100% pflanzlich und bin noch nicht vegan. Aber ich wünschte es wäre so und ich arbeite daran.

 

Allerdings fällt es mir sehr schwer in einer Familie, die Fleisch, Käse und Eier täglich essen darauf zu verzichten, wenn es direkt vor meiner Nase steht. Ich gebe mein bestes immer vegan zu kochen und zu essen, wenn ich es selbst in der Hand habe und meine Familie von leckeren veganen Rezepten zu überzeugen.

Seit über zwei Jahren interessiere ich mich jetzt schon für den Veganismus. Alles hat angefangen mit veganen Youtubern, die mich durch ihre leckeren Rezepte und alle Gründe, die sie nannten begeisterten. Seit dem Sommer 2015 bin ich Vegetarierin, habe allerdings einige Male trotzdem Fleisch oder Fisch gegessen, obwohl auch das immer seltener wird. Weil ich es nicht will. Ich wäre am liebsten jetzt sofort komplett vegan. Würde keine tierischen Produkte mehr essen, kein Leder kaufen und nur tierversuchsfreie und vegane Produkte benutzen. Aber es geht nicht alles von jetzt auf gleich. Vor allem nicht, wenn man noch von einer Familie abhängig ist.

DSC03508
Tolle vegane Produkte teste ich in meiner Vegan Food Test -Reihe!

Meine Eltern unterstützen mich zwar in dem Sinne, dass sie mir gerne vegane Ersatzprodukte usw. kaufen, aber das Durchhaltevermögen gegen die Lust auf Frischkäse (ja, ich liebe leider Frischkäse!) können sie mir nicht geben. Wenn ich alleine wohnen würde, würden solche Dinge nicht in meinem Kühlschrank landen, aber so ist die Versuchung da. Und sie ist groß.

Wenn meine Mama Fleisch kauft und ich darauf Lese „Purland – von glücklichen Tieren“ dreht sich mir gleich der Magen um, weil ich Bilder vor meinem inneren Auge sehe, auf dem Kälber mit ausgestreckter Zunge, einem Haken nach unten baumelnd ausbluten. Nein Danke! Das möchte ich auch nicht essen und es fällt mir nicht schwer darauf zu verzichten.

Aber mir wird auch gleich schlecht, wenn ich daran denke, dass meine Familie diese toten Tiere am Wochenende zum Geburtstagsessen verspeisen und nicht darüber nachdenken.

IMG_7217.JPGFleisch ist Fleisch – ein Lebensmittel. Und durch die fröhlichen, grünen Bildchen auf den Verpackungen wird der Käufer geblendet. Meine Familie ist nicht doof, alle wissen, dass das Tier, welches sie Essen nie auf der Weide stand. Aber trotzdem wird beim Kauf nicht darüber nachgedacht. Mir allerdings erscheinen die Bilder von engen dunklen Ställen, dreckigen kranken Tieren, die noch nie das Sonnenlicht gesehen haben (oder erst auf dem Weg ins Schlachthaus).

DSC_0254
Super lecker ist auch selbstgemachtes Sushi und das kann man ganz einfach vegan machen!

Als ich letztens Sushi essen war, viel es mir allerdings weniger einfach. Wir saßen am Tresen, an dem diese kleinen niedlichen Schiffchen vorbeifahren. Die meisten Sushiteller beinhalten Fisch und nur einige wenige (und meist sehr langweilige nur mit Avocado oder Gurke) sind vegan. Davon habe ich auch die meisten gegessen. Aber ich konnte es mir nicht nehmen lassen auch ein paar von denen mit Fisch zu probieren. Im Nachhinein denke ich, dass ich auch darauf verzichten hätte können, aber währenddessen weiß man wie gut es schmecken könnte und vergisst schnell die Bilder von ausgefischten Meeren. Denn ich verzichte nicht, weil es mir nicht mehr schmeckt und rede mir das auch nicht ein. Ich weiß, dass das alles unglaublich gut schmeckt. Aber ich will es nicht essen und mit den Gedanken an den Prozess der Herstellung versuche ich mir den Geschmack darauf zu verderben.

Teilweise gelingt das auch ganz gut. Manchmal aber auch nicht.

Ich werde mich dafür nicht selbst verurteilen, werde es nicht bereuen oder mich dafür schämen. Denn das alles ist ein Prozess. Gelernt habe ich schon – ich weiß, dass es das Richtige ist. Jetzt geht es nur an die Umsetzung und ich werde besser und besser darin. Natürlich gibt es Rückschläge, wie der beim Sushi-Essen oder wenn ich Heißhunger auf Käse habe.

Aber ich gebe mein Bestes und gebe nicht auf!

IMG_6669
Die Naturbilder, die ihr in diesem Beitrag seht sind auf meiner Irland Reise entstanden. In die wahnsinnig schönen Landschaften habe ich mich total verliebt!

 

 


Mehr Info’s und Gründe für eine pflanzliche Ernährung findest du hier:

Bilder, die einem verdeutlichen wie unglaublich grausam unsere Tierhaltung ist, sind sehr einprägsam und verdeutlichen die Qualen noch mehr, als nur davon zu lesen oder zu hören. Earthlings ist eine Doku, die wirklich jeder gesehen haben sollte, um zu entscheiden, ob ihm dieses Leid wirklich Wert ist für ein Wurstbrot.

Andere tolle Doku’s (die es aber leider nicht auf YouTube, sondern auf Netflix gibt) sind Cowspiracy (über den Einfluss der Viehhaltung auf unsere Umwelt), Forks over Knives (welche die gesundheitlichen Schäden durch unsere „normale“ westliche Ernährung und die Vorteile der pflanzlichen Ernährung für die Gesundheit behandelt) und What The Health (wo es ebenfalls um die Gesundheit, aber auch um die riesige Lobby, die hinter der Milch-, Ei- und Fleischindustrie steckt geht).

Eine richtig tolle, super anschauliche und interessante Rede und Präsentation ist 101 Reasons to go Vegan, die ich ebenfalls nur sehr empfehlen kann!


1

2
Auf meiner Food-Instragram Seite findet ihr ebenfalls regelmäßig Bilder und Gedanken zu Essen, Veganismus, gesunder Ernährung und könnt über die Stories verfolgen, welche Rezepte ich gerade teste oder was es zum Mittagessen gibt :D
Vegane Rezeptideen

Und wo wir schon mal dabei sind, möchte ich euch natürlich auch noch ein paar vegane Rezepte vorstellen, die super schnell und einfach zuzubereiten sind, richtig lecker schmecken und euch (und eurer Familie?!) beweisen, wie lecker und vielfältig die vegane Ernährung ist.

DSC_0011

Bananenbrot mit Himbeeren

Bananenbrot ist ein Klassiker in der veganen Küche und ideal für einen süßen Snack! Mein Rezept ist noch verfeinert mit (Tiefkühl) Himbeeren und dadurch noch fruchtiger :)

DSC_0067

Wer trotzdem nicht auf geliebte Klassiker wie Spaghetti Bolognese verzichten möchte, sollte es mal mit dieser tollen Alternative probieren: Spaghetti mit Falafel-Bolognese!

Wem das aber nicht bolognesig genug ist, der kann natürlich auch auf tolle vegane Vleisch-Produkte zurückgreifen, wie veganes Gehacktes, dass ich hier teste!

DSC_0046

Eierkuchen ohne Ei = Pfannkuchen! Und die sind ganz einfach, super schnell, ohne komische Zutaten und richtig lecker! :)

Mein klassisches Pfannkuchen Rezept findet ihr hier und weitere Varianten, wie Schoko-Protein-Pancakes  oder coole pinke Pancakes gibt es ebenfalls schon auf meinem Blog :)


Wie ihr seht, ist das alles gar nicht soo kompliziert und ich kann euch sagen, es lohnt sich sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, seine eigene Lebensweise infrage zu stellen, zu überdenken und Schritt für Schritt in die richtige Richtung zu ändern. Denn nur so können wir Tieren wieder einen natürlichen Lebensraum geben und gegen Massentierhaltung und das ausbeuten dieser Lebewesen vorgehen!

Was denkt ihr? Beschäftigt euch das Thema oft? Geht es euch bei Familienfeiern oder mit Freunden ähnlich mit ihr? Wie gestaltet ihr euer Leben und Essen?

Auf Safari im Etosha Nationalpark | Namibia 2017

Die Dichter der Tiere auf den km² ist in Namibia sehr hoch, was bedeutet, dass die Chance ziemlich hoch ist auch wirklich alle Tiere sehen zu können.

Wir hatten wirklich großes Glück auf unseren Safaris und von unseren Tier-Abenteuern möchte ich heute ein bisschen mehr berichten.

In meinem Travelguide bin ich schon ein wenig auf die Tiere im Allgemeinen eingegangen, hier soll es jetzt jedoch genau um unsere Safaris und Touren in Namibia gehen.

Die Meisten Tiere haben wir im Etosha Nationalpark, welcher auch dafür bekannt ist und deswegen auch bei keiner Namibia Reise fehlen darf, gesehen. Dort herrscht die größte Dichte an Wildtieren und es gibt an jedem Wasserloch etwas zu sehen.

DSC_0800.JPG
Auch diesen unglaublich schönen Vogel haben wir zwei Mal gesehen. Wenn er fliegt sieht er sogar noch schöner und leuchtender aus, allerdings weiß ich leider nicht wie er heißt…

Der Nationalpark liegt im Norden Namibias und in seinem Zentrum liegt die Etosha Pan, eine riesige Salzpfanne und ehemaliger See. Drumherum liegen viele natürliche oder angelegte Wasserlöcher, die mit Schotterstraßen (mehr dazu hier!) verbunden sind und an denen man Tiere von seinem Auto aus beobachten kann. Aussteigen ist im kompletten Etosha untersagt, außer natürlich in den eingezäunten Camps.

Übernachtet haben wir einmal direkt vor dem Andersson Eingang, zwei Nächte im Etosha im Halali Camp und eine weitere Nacht kurz außerhalb des Lindequist Gates. Somit hatten wir drei Tage effektiv Safari im Etosha. Das Halali Camp hat uns, gegen unsere Befürchtungen und Beschreibungen des Reiseführers, relativ gut gefallen. Es war natürlich nicht so liebevoll und qualitativ wie einige andere Unterkünfte in denen wir waren, aber die Zimmer waren gut und es hat einen entscheidenden Vorteil im Nationalpark zu übernachten: Die Camps haben eine eigene Wasserstelle, die man von einem Plateau aus sehr Nah und ohne im Auto zu sitzen beobachten konnte. Dort waren wir an beiden Abenden und es war goldwert! Außerdem muss man sich morgens nicht erst an den Toren anstellen um herein gelassen zu werden. Allerdings darf man natürlich auch als Camp-Gast nicht in der Nacht im Park herum fahren, sondern muss vor dem Dunkelwerden im Camp eintreffen.

So. Jetzt geht es aber wirklich los mit unseren Tier-Erlebnissen!

DSC_0416DSC_0408

Am Anfang ist es natürlich unglaublich toll überhaupt Tiere zu sehen. Deswegen stoppt man dann auch bei jedem Springbock und jedem Zebra. Davon gibt es zwar super viele, aber es ist trotzdem der Wahnsinn sie so nah und zutraulich (sie springen oft erst kurz bevor das Auto sie berührt davon!) beobachten zu können. Außerdem sind diese Tiere einfach nur wunderschön. Die Antilopen haben alle so riesige Ohren und bohren sich mit ihrer spitzen Zunge in den Nasenlöchern :D Aber seht einfach selbst…

DSC_0965 (4).JPG

Die Oryx-Antilope ist das Wappentier von Namibia und auch oft zu sehen. Allerdings sind die Tiere sehr scheu und ergreifen oft die Flucht, bevor man überhaupt die Kamera in der Hand hat. Wunderschön sind sie allemal und ihre Färbung und die riesigen langen Hörner.

DSC_0442

 

DSC_0482
Zebras trifft man gerne in riesigen Herden an und uns ist aufgefallen, dass sie eigentlich gar nicht schwarz-weiß, sondern viel mehr hellbraun-schwarz sind. 

DSC_0187 (2).JPG

DSC_0586.JPG
Die Impala Antilopen sieht man weniger oft als die Springböcke. Sie haben wunderschönes braunes Fell, große Ohren und riesige Augen, außerdem sind sie größer als die Springböcke.
DSC_0904.JPG
Ein Springbockmännchen bei der Mittagspause

 

DSC_0354 (3).JPG
Auch Strauße sieht man relativ oft. Die Tiere sind wirklich wunderschön, aber auch sehr aggressiv, vor allem wenn sie Junge haben und unglaublich groß!

DSC_0942.JPG

In Kudus habe ich mich verliebt. Ich kannte diese Antilopenart vorher gar nicht und man sieht sie im Nationalpark auch nicht allzu oft. Sie sind sehr scheu und ängstlich, obwohl sie so groß sind. Die Männchen haben ein wunderschönes gedrehtes Geweih, aber auch die Weibchen sind sehr schön, mit ihren großen Ohren und Augen und den leichten Streifen auf dem Rücken (als würde Vogelkacke herunterlaufen :D nur schöner!)

DSC_0198 (2).JPG

DSC_0108 (2)Elefanten

 

Etwas besonderer sind dann schon die Elefanten, obwohl man auch sie wirklich oft an den Wasserlöchern antrifft. Meist sind es Gruppen mit ca. 12 Tieren, viele davon noch Junge oder sogar wirklich kleine Babys. Etwas ganz besonderes war es dann als wir am letzten Tag eine große Herde von Bullen gesehen haben. Sie waren wirklich riesengroß und einer hat sogar direkt vor uns die Straße überquert. Was für ein Gefühl!

DSC_0348 (5).JPG

Eine besondere Art von Elefanten, die Bergelefanten, haben wir sogar schon vor dem Etosha, bei den Twyfelfontains gesehen. Diese sind etwas kleiner gebaut und können richtig in den Bergen „klettern“.

DSC_0484 (5).JPG

Ein Bergelefant hat auf einem Campingplatz sogar aus dem Wasserhahn getrunken :D War wirklich witzig zu beobachten, wie er immer wieder mit seinem Rüssel am Hahn angedockt und ihn voll laufen lassen hat.

DSC_0111 (2)
Der riesige Bulle kam unserem Auto so nah und es war toll ihn so nah beobachten zu können, wie er gemächlich die Straße überquerte.
DSC_0639
Wie süße ist der Kleine den bitte?

DSC_0876.JPG

Giraffen

Giraffen trifft man hingegen schon etwas seltener an, womit ich gar nicht gerechnet habe. Aber natürlich konnten wir sie trotzdem ein paar Mal relativ nah sehen und es ist so Wahnsinn, wie diese Tiere mit ihrer geschickten Zunge an Blätter gelangen, die von Dornen, so groß wie Zahnstocher, beschützt werden.

DSC_0736 (2).JPG

DSC_0155 (2).JPG
Könnt ihr die Dornen am Strauch erkennen? Da ist mehr Dorn als Grünes, aber die Giraffen suchen sich trotzdem alles raus, was sie kriegen können.

DSC_0919.JPG

Es ist Wahnsinn, wie schnell sich diese langen Tiere trotz ihrer dünnen Beinchen auf dem steinigen und unebenen Boden bewegen können. Ich habe sogar eine beim galoppieren gesehen! Nur leider beim Trinken konnten wir keine beobachten, das ist sicherlich auch ein tolles Spektakel wenn sie ihre Beine so breit hinstellen!

DSC_0884.JPG

Die Bullen sind wesentlich dunkler gefärbt und auch um einiges größer als die Jungtiere (logisch!) und auch das Weibchen. Während die anderen ihre Köpfe zwischen die Büsche stecken und fressen, hält es meistens Ausschau.

DSC_0598 (2).JPG

Nashörner

Im Etosha selbst haben wir nur am Abend Spitzmaulnashörner, am Wasserloch unseres Camps, beobachten können. Da diese Art Einzelgänger und ziemlich aggressiv sind, war es ein Schauspiel sich zu zwei oder zu dritt um das Wasserloch streiten zu sehen.

DSC_0061 (2).JPG

Ein wirklich außergewöhnliches Abenteuer hatten wir dann bei unserer Hippo-Sundowner-Tour am Waterberg Plateau, die von unserer Lodge (Wabi-Lodge) angeboten wurde.

DSC_0493 (2).JPG
Dort gab es allerdings Breitmaulnashörner zu sehen. Diese sind wesentlich ruhiger und geselliger.

IMG-20170716-WA0149.jpg

Die Tour brachte uns zu der Wasserstelle der Nilpferde, allerdings waren zu dem Zeitpunkt auch die Nashörner am Wasser und somit konnten wir beide Arten zusammen beim Fressen beobachten. Eigentlich wird nur ein Hippo der Gruppe gefüttert, da dieses ein kaputtes Bein hat und nicht aus dem Wasser kommen kann und alle anderen versorgen sich selbst, allerdings nehmen sich natürlich auch alle anderen was sie kriegen können.

Da Breitmaulnashörner nicht aggressiv sind und Hippos auch nur Menschen im Wasser angreifen, konnten wir bei der Tour sogar aussteigen und die Tiere total nah sehen. Ein wahnsinnig tolles Erlebnis!

DSC_0650 (2).JPG

Nilpferde

Hippos konnten wir ebenfalls bei dieser Tour am Waterberg beobachten, denn im Etosha gibt es sie nicht. Eigentlich auch nicht am Waterberg, aber dort wurden sie hingebracht und ausgewildert, denn eigentlich brauchen Hippos viel Wasser und das gibt es in Namibia nicht.

DSC_0687 (2)

Besonders schön sind Nilpferde in der Tat nicht. Einfach nur rund und ihr Kopf bzw. ihre Augen wirken immer ein bisschen aggressiv, was sie auch sind. Ob ihr es glaubt oder nicht aber Nilpferde sind mit die gefährlichsten Tiere in Afrika.

DSC_0949 (2).JPG

Geparden

Geparden waren eigentlich immer eins meiner Lieblingstiere von Afrika, bis sie auf unserer Reise von Leoparden abgelöst wurden. Zu beginn unserer Reise haben wir in der Hammerstein Lodge einen aufgezogenen und im Gehege lebenden Geparden von Nahem gesehen. Dieser war total vollgefressen und nicht besonders elegant und sportlich, wie die Tiere es sonst sind. Im Etosha hatten wir dann allerdings kein Glück sie nochmal in freier Wildbahn zu sehen. Dazu ist es dann erst bei unserer letzten Station im Okonjima Plaints Camp, der AfriCat Foundation gekommen. Dort haben wir ein unglaubliches Schauspiel hautnah miterleben dürfen: eine richtige Jagtszene und wir mittendrin! 

DSC_0287 (3).JPG
Die vollgefressene Geparden-Dame im Gehege war total faul und müde. 
DSC_0806 (2).JPG
Die Tiere von AfriCat sind mit Funkhalsbändern ausgestattet, damit die Guides sie finden können. 

DSC_0853 (2).JPG

Was auf unserer Tour geschah: Es war früh am morgen und fuhren in einem offenen Geländewagen durch die Landschaft. Die Sonne war schon aufgegangen und unser Guide suchte mit seinem Funkgerät nach Cheetahs, Geparden. Als er welche in unserer Gegend aufspürte, folgten wir dem Signal und sahen sie im Schatten zu zweit liegen. Geparden sind nicht gefährlich oder aggressiv, weswegen wir aussteigen durften und auf ca. 10 Metern zu ihnen gingen. Währenddessen ortete unser Guide einen Leoparden, der ebenfalls in unserer Gegend war. Diese sind wesentlich gefährlicher und man möchte ihnen lieber aus dem sicheren Auto, als zu Fuß begegnen (auch wenn das Auto offen ist, haben die Leoparden davor Respekt). Plötzlich sprang der eine Gepard auf und schlich leise und elegant in eine bestimmte Richtung. Wie wir schnell erkannten befand sich dort eine kleine Herde mit Oryx Antilopen und einem Oryx-Kalb, welches ca. eine Woche alt war. Wir gingen also schnell zu unserem Auto zurück und fuhren ein Stück näher, allerdings von der anderen Seite des Gebüschs, dort wo unser Guide den Leoparden vermutete… und da war er:

DSC_0877 (2).JPG

Leoparden

Auch der Leopard beobachtete das kleine Oryx-Kalb und schlich sich langsam näher heran. Die Geparden waren auf der anderen Seite des Gebüschs.

DSC_0893 (2).JPG

Dann rannte er auf das Oryx Kalb und seine Mutter zu. Dieses verteidigte ihr Kleines mit ihren langen spitzen Hörnern und man hörte Katzen-Fauchen und Huftier-Schnauben. Dem Leoparden gefielen aber auch die Geparden in seinem Revier und an seiner Beute nicht und er verjagte diese zuerst und rannte ihnen hinterher bis sie verschwanden um sich dann wieder seiner Beute zu widmen.

Wir sind uns ziemlich sicher, dass das Oryx Kalb diesen Tag wohl nicht überlebt hat, auch wenn wir es nicht weiter gesehen haben. Es war total spannend und aufregend bei so einer Jagd dabei zu sein und auch unser Guide meinte, dass dies eine sehr besondere Situation war.

DSC_0938 (2).JPG

Den spannendsten Moment mit Leoparden, Geparden und einem kleinen Oryx-Kalb, habe ich jetzt schon vorweg genommen, aber auch im Etosha hatten wir riesiges Glück. Es ist wirklich total unwahrscheinlich diese Tiere in der Natur zu sehen und es gibt auch nicht besonders viele von ihnen. Sie leben in der Bush- bzw. Baumlandschaft und können sich dort am Tage sehr gut verstecken. Außerdem sind Leoparden immer einzeln unterwegs und sehr aggressiv gegenüber anderen Tieren in ihrem Revier. Deswegen weiß man auch nicht genau wie viele es im Etosha wirklich gibt, aber es sind wenige.

DSC_0125 (2).JPG

Wir fuhren also gerade eine kleine Straße, auf dem Weg zu einem Wasserloch entlang. Im Hintergrund ca. 200 Meter entfernt Büsche und Bäume. Plötzlich stößt mein Papa einen erschrockenen Laut aus, tritt auf die Bremse und bekommt vor Aufregung den Rückwärtsgang gar nicht rein. Dann können auch wir ihn sehen. Ein großer männlicher Leopard streift entspannt 2-3 Meter vom Weg durch das hohe Gras und ist nach ein paar Metern gar nicht mehr zu erkennen. Zum Glück hatte mein Papa ihn im Augenwinkel im Spiegel entdeckt, denn schon 30 Sekunden später hätten wir ihn nicht mehr gesehen.

DSC_0747.JPG

Löwen

Jetzt kommen wir schon zum großen Finale: Löwen. Gegen unsere Befürchtungen, war es sogar ziemlich einfach sie zu sehen. Insgesamt haben wir 16 Stück beobachten können, wovon zwei männliche Löwen waren.

DSC_0069 (2).JPG
Der König! Allerdings zu faul um sich mal richtig zu zeigen, döst er nur in der Sonne.

DSC_0742.JPG

Wir hatten das Glück, dass uns jemand an einer Weggabelung darauf hingewiesen hat, dass in diese Richtung zwei Löwinnen an der Straße liegen. Zuerst lagen sie 10 Meter von uns entfernt, allerdings ist dann die eine aufgestanden und wirklich nur 3 Meter entfernt an unserem Auto entland gelaufen.

DSC_0757.JPG

DSC_0741.JPG

Ich war so so unglaublich glücklich! Einen Löwen überhaupt zu sehen, in freier Natur und dann auch noch so unglaublich nah, sodass man auf den Bildern auch wirklich sieht wie wunderschön diese Tiere sind. Ich bin noch immer überwältigt!

DSC_0686

Löwen sind wirklich total faule Tiere und liegen gern rum. Wenn sie sich wirklich hinlegen, kann man sie auch im Gras nicht sehen. Zum Glück checken sie aber immer mal wieder die Lage und beobachten andere Tiere, aber jagen tun sie nur, wenn sie wirklich hungrig sind und nie zum Spaß.

DSC_0969.JPG

Die Löwen beobachten die Lage am Wasserloch, angreifen würden sie eine so große Gruppe jedoch nie. Vor allem nicht, wenn es so viel Auswahl an Antilopen und Zebras gibt.


DSC_0239 (5)DSC_0073 (5)

Von einigen anderen tierischen Gestalten, die wir bei Ausflügen von Swakopmund aus gesehen habe, berichte ich in meinem zweiten Teil des Travelguides.


Ich kann immer noch nicht ganz glauben, was ich alles für unglaubliche Abenteuer erlebt habe und bin unglaublich dankbar dafür diese Tiere live in freier Wildbahn erlebt zu haben.